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Josefsverein

Wenn  die Gemeinde  Seck  ihr  950-jähriges  Bestehen  feiert,  dann  sind  es auch schon nahezu 120 Jahre her, dass sich der St.

Josefsverein in ihr entfalten konnte. Dafür ein recht herzliches Danke und die besten Wünsche für die Zukunft.

Was ist das Besondere an der Verbindung des Vereins zur Gemeinde?

Worin bestanden die Herausforderungen in der Vergangenheit und wie stellen sie sich in der Zukunft?

Der Verein, gegründet 1891, zur Zeit der ersten  Industrialisierung, sollte der Jugend ein Forum bieten, um sich mit der

Verunsicherung aus den sozial-politischen und sozial-religiösen Veränderungen auseinander zu setzen. Die Begeisterung war

tragfähig genug, um der geistigen Orientierung ein weithin sichtbares reales Zeichen der Solidarität und des Aufbruchs

hinzuzufügen.

In  1903  entstand  nach  nur  3  Jahren  Planungs-  und  Bauzeit  die  St.  Josefskapelle auf dem Beilstein. Mit ihr sollte die

besondere Beziehung des Vereins zur Kirche und zur Kommune beginnen, eine nicht immer konfliktfreie aber sehr ersprießliche

Dreierbeziehung.

Blenden wir  zurück,  so  sehen wir, wie  die  Industrialisierung mit  all  ihren Auswirkungen  bereits  1914  zu  dem  ersten 

fürchterlichen Weltkrieg  führte, dem 36 Bürger der Gemeinde zum  Opfer fielen.

Die  folgenden  Jahre 1920-1930  sollten erneut eine Herausforderung an den Verein werden.  Mit nur wenigen Mitgliedern, in

einer Zeit großer wirtschaftlicher Probleme, galt es, den Verein neu zu beleben. 1931 musste die in die Jahre gekommene Kapelle

ein erstes Mal saniert werden. (Weitere Renovierungen folgten 1951, 1966, 1982 und 2008.)

Nach nur kurzer Dauer des Aufbruchs begann  schon  früh die  ideologische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus

und der NS-Partei. Ihr folgte 1938 die Konfiszierung der Fahne und das Vereinsverbot. Infolge des  zweiten Weltkriegs 1939-1945

waren in der Gemeinde 58 Gefallene, darunter viele Vereinsmitglieder, zu beklagen.

Ab  1948  begann  sich wieder  zaghaft  das  neue Vereinsleben  zu  entwickeln und aus dem Trauma von zwei Weltkriegen stellte

der Verein der Gemeinde die St.  Josefskapelle ab 1955 zu einer mahnenden Gedenkstätte der gefallenen Mitbürger zur

Verfügung.

Der Verein fand zu einem blühenden Vereinsleben zurück, welches aus drei sich ergänzenden Aktivitäten bestand.

Da waren:

    die gemeinnützige Tätigkeit (Unterhalt der Kapelle);

    die kulturelle Tätigkeit (Entwicklung einer Laien- Theatergruppe und das Theaterspiel für den Sanierungsfonds);

    die Bildungstätigkeit ( Seminare und Vorträge über die christliche Weltanschauung)

1964 entstand dann die enge Verbindung zur internationalen Kolpingfamilie, die viele neue Impulse in das Vereinsleben brachte.

Durch diese vielfältigen Tätigkeiten ist es allen Mitgliedern möglich, ihren persönlichen Beitrag zu einem gemeinsamen Ganzen

zu leisten.

Auch wenn es in der heutigen Zeit schwieriger denn je ist, Mitglieder für eine christlich soziale Vereinsarbeit zu gewinnen, so

waren es doch immer wieder Jugendliche aus unserer Gemeinde, die dem Verein neue Ideen gaben.

Der Verein zählt heute 90 Mitglieder. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht das Bau- und Kulturdenkmal Kapelle / Beilstein zu

pflegen und zu erhalten. In den letzten Jahren wurde die Sicht auf die Beilsteiner Klippen, auf denen die Kapelle  steht, wesentlich 

verbessert. Als Geschenk  des Vereins  an  die Gemeinde ist zur 950-Jahrfeier in 2009 eine Panoramatafel errichtet worden, welche 

das  Dorf  und  die  Landschaft  abbildet  und  dem  Besucher  eine  neue Orientierungshilfe gibt.

Das seit 1982 alljährlich auf dem Beilstein stattfindende Kapellenfest ist inzwischen zur Tradition geworden. Als Dorffest mit

musikalischer Begleitung durch den Secker Musikverein bietet es allen Dorfbewohnern die Gelegenheit, ihren Beitrag zum Erhalt

dieses Kulturdenkmals  zu leisten.

Gerade  in  der  heutigen  Zeit  der Globalisierung  kann  ein Verein,  der  stark durch Tradition und christliche Werte geprägt ist,

mit dazu beitragen, seinen Mitgliedern und der Dorfgemeinschaft ihre heimatlichen Wurzeln zu erhalten.

Unsere Vorsitzenden seit Gründung:

1891 – 1893 Johannes Groß

1894 – 1898 Anton Schlitt

1898 – 1902 Lehrer Stein

1902 – 1904 Theodor Hastrich

1904 – 1907 Georg Schmidt

1908 – 1909 Kilian Schmidt

1910 – 1911 Albert Schmidt

1912 – 1923 Karl Güth

1923 – 1926 Hermann Habich

1926 – 1930 Konrad Wüst

1930 – 1933 Franz Eisel

1933 – 1948 Johann Schönberger

1948 – 1954 Hans Pörtlein

1954 – 1979 Konrad Eisel

1979 – 1980 Siegfried Schön

1980 – 1993 Adalbert Schön

1993 – 1998 Thomas Kuhlkamp

1998 – heute Willi Eisel